Verstetigung
Der 12. Workshop der Initiative „Forschungscampus“ hat das Thema Verstetigung in den Mittelpunkt gestellt. Sieben der acht BMFTR-geförderten Forschungscampi befinden sich bereits in ihrer dritten und damit letzten Förderphase. Für den achten steht der Übergang in die dritte Förderphase unmittelbar bevor. Nach Ende der dann insgesamt 15 Förderjahre sollen die Forschungscampi auf eigen Beinen stehen. Sie sollen insbesondere die letzte Förderphase nutzen, um sich strukturell so aufzustellen, dass sie weiterhin Innovationen hervorbringen können, die uns als Gesellschaft dienen.
Die rund 40 Teilnehmenden diskutierten Fragen der Governance, der Trägheit bzw. aktiven Teilhabe von Partnern, der Kommunikation und der Förderung von Talenten sowie Grenzen durch Gesetzgebung und Regulatorik. Im Format einer Fishbowl stellten die Vertreterinnen und Vertreter aus den Geschäftsstellen der Forschungscampi, aus Industrie, aus Wissenschaft und aus Kliniken fest, dass der Wegfall der Förderung für sie ein Change-Management erforderlich macht. Als Herausforderung sehen sie globalen Wandel auf den die Forschungscampi aufgrund ihrer gelebten Kultur der kurzen Wege allerdings auch agil reagieren können. In den Augen der Diskutierenden bleibt es eine Aufgabe, Kompetenzen und Kapazitäten zu managen. Auch das Für und Wider einer (externen) Beratung als Unterstützung im Verstetigungsprozess wurde thematisiert. In jedem Fall essentiell in den Augen der Beteiligten: Zeigen, wofür man steht und Erfolge ins Schaufenster stellen. Nur so gelinge es, Partner langfristig vom Mehrwert der Forschungscampi zu überzeugen.
Industriepartner gewinnen, einbinden und langfristig binden
Die Rolle der Industriepartner stand dann auch am zweiten Workshop-Tag im Fokus. Wie lassen sich neue Industriepartner gewinnen und bestehende langfristig binden, war eine Frage, der die acht Forschungscampi nachgingen. Dabei machten die Mitarbeitenden von Unternehmenspartnern deutlich, welches die Mehrwerte für die Beteiligung am Forschungscampus für sie sind: Der Zugang zu einer Forschungsinfrastruktur, die flexibel an sich entwickelnde Technologien und Anforderungen angepasst werden kann, die „Talentpipeline“, Weiterbildung, dass Forschungscampi „schnelle, kleine Projekte“ möglich machen und, dass das Dach des Forschungscampus einen „neutralen Raum“ öffnet, der den Austausch und die Zusammenarbeit von Mitarbeitenden konkurrierender Unternehmen möglich macht – ohne diesen Rahmen dürften sie nicht einmal miteinander reden. Alles Punkte, die für die Unternehmen wichtig seien, um auf sich schnell ändernde Anforderungen und Märkte reagieren zu können. Die zweite Frage war: Wie können Partner aus der Wirtschaft den Verstetigungsprozess begleiten. Dabei merkten die Forschungscampi an, dass eine Begleitung nur möglich ist, wenn die wirtschaftlichen Partner in hohem Maße eingebunden sind.
Der gastgebende Berliner Forschungscampus MODAL nutzte die Gelegenheit, seine Schwerpunkte zu präsentieren. Beispiele wie Flugroutenoptimierung, rechnerischen Lösungen für eine neue Generation von Solarzellen, die 3-D-Simulaiton von Kräften, denen neue Kniegelenke standhalten müssen, haben neben dem Besuch des zur Verfügung stehenden Super-Computers im ZIB den Besucherinnen und Besuchern verdeutlicht, womit sich der Forschungscampus MODAL beschäftig.